Story House Productions

Drehbeginn: Johannes Brahms – Frei, aber einsam

„Ich denke nur Musik. Ich bin verliebt in die Musik – ich liebe die Musik, ich denke nichts als sie und an anderes nur, wenn es mir Musik schöner macht.“ (Johannes Brahms)

Im Sommer 1853 klopft ein junger Mann an die Tür von Clara und Robert Schumann. Es ist Johannes Brahms. Die Schumanns sind zu diesem Zeitpunkt die Musikstars in Europa, Brahms ein Niemand. Mit dem Eintritt in das Haus eröffnet sich dem jungen Musiker eine neue Welt: Die moderne und aufgeschlossene Welt eines Künstlerpaares, das eine offene Beziehung lebt. Nachdem sich die Schumanns seine Kompositionen angehört haben, ist für sie klar: Brahms ist der neue Messias der deutschen Musik. Für alle Drei ist es Liebe auf den ersten Blick: Clara und Robert Schumann sind magisch von dem Jüngling mit dem blonden Haar, den engelsgleichen Gesichtszügen und der weichen Stimme angezogen. Und Brahms verehrt die Künstlerin, die international gefeiert wird, und den Komponisten und Dichter, der als romantisches Genie gilt. Die Anziehungskraft und die seelischen Verflechtungen zwischen den Dreien sind so groß, dass Brahms die kommenden Jahre im Haus der Schumanns verbringen wird. In diesen Jahren entscheidet sich Brahms Zukunft – beruflich und privat. Als Robert Schumann dem Wahnsinn anheimfällt und Clara Schumann als Solistin durch Europa tourt, um ihre siebenköpfige Familie zu versorgen, übernimmt Brahms, der bereits wie als Sohn im Haushalt lebt, die Vaterstelle für die Kinder. Robert Schumanns geistiger Niedergang im Sanatorium zieht sich zwei Jahre hin. In dieser Zeit verlieben sich Clara und Johannes ineinander, sie sprechen es aber nicht aus. Robert Schuhmann scheint Johannes als seinen natürlichen Nachfolger an Claras Seite zu sehen. Als er stirbt, scheint der Weg für Johannes Brahms frei zu sein. Doch Clara ist zwölf Jahre älter und Johannes hat weder Vermögen noch eine Stellung. Er ist mittellos und völlig auf sie angewiesen. Und in seinen Augen noch viel schlimmer: Er hat in der Zeit bei den Schumanns als Komponist nichts zuwege gebracht. In Brahms bricht der romantische Widerspruch von Kunst und Leben auf. Wie später auch für Kafka, Schnitzler und Hesse, sind für Brahms Kunst und Ehe unvereinbar. Brahms fühlt zwei Seelen in seiner Brust: den braven Bürger und den wahnsinnigen Künstler. Unter großen Schmerzen trennt er sich von Clara. Er entscheidet sich für die Musik, gegen das Leben. Im Mittelpunkt des Dokudramas steht der junge, unvollkommene Brahms, der sich bei den Schumanns für den Weg des einsamen Künstlers entscheidet. Dieser Handlungsstrang bildet den Rahmen des Dokudramas. Von da blickt der Film in Brahms Kindheit zurück und erzählt den Werdegang des romantischen Genies aus unromantischen Hamburger Verhältnissen. Das Dokudrama zeigt seine Entwicklung zum weltberühmten Komponisten Brahms, der in Wien Musikgeschichte schreiben wird.

Mit Basil Eidenbenz (J. Brahms jung) · Gedeon Burkhard (J. Brahms alt) · Esther Zimmering (Clara Schumann) Katrin Pollitt (Christiane Brahms) · Thomas Huber (Robert Schumann) u. v. a.

Regie: Annette Baumeister · Drehbuch: Stefan Wilke · Produktionsleitung: Andrea Giesel · Kamera: Johannes Straub · Szenenbild: Iris Trescher-Lorenz · Kostümbild: Stefanie Jauß · Maskenbild: Sylvia Reusch · Schnitt: Manuel Sanchez · Herstellungsleitung: Jens Freels · Creative Producer: Alexandra Georgi · Produzenten: Jens Afflerbach u. Ira Beetz · Ausführender Produzent: Jan Philip Lange · Redaktion ARTE/NDR: Ulrike Dotzer

Drehzeit: 6. – 16. Oktober 2020, Drehorte: Schloss Wrisbergholzen, Schloss Bückeburg (Niedersachsen)